Erfahrungen mit nachträglicher Wärmedämmung

Die energetische Sanierung älterer Gebäude ist heute ein aktuelles Thema. Leider findet man wenig Informationen zu praktisch ausgeführten Objekten, insbesondere zur wirklich realisierten Einsparung an Energie. Da das Ganze im weiteren Sinne auch mit Messtechnik und der Auswertung von Daten zu tun hat hier deshalb ein Erfahrungsbericht.

Ausgangslage vor der Dämmung

Es handelt sich um ein freistehendes EFH mit 2 vollen Stockwerken (Baujahr ca. 1904) mit Wänden aus Vollziegeln (36cm). In den letzten Jahren wurden bereits die Fenster ersetzt (U-Wert 1,6) und die obere Geschossdecke (Holzbalkendecke zum ungeheizten Dachboden) teilweise mit Perlitschüttung und Mineralwolle gedämmt.
Die Beheizung erfolgt mit einem Niedertemperaturkessel mit Erdgas. Der Jahresverbrauch lag dabei vor der Dämmung etwa bei 3300 bis 3700 Kubikmetern Erdgas, was etwa 34000 bis 38500 kWh entspricht. Für die Bereitung von Warmwasser können davon etwa 4000 kWh im Jahr abgezogen werden.

Aufbau der Dämmung

Durch den geringen Diffusionswiderstand einer Ziegelwand und der damit verbundenen Gefahr der Bildung von Tauwasser in der Dämmung wurden als Dämmstoff Mineraldämmplatten (Maxipor) gewählt. Der neue Wandaufbau mit Dämmung ist hier beschrieben.

Vorgehen bei der Messung

Bedingt durch sehr unterschiedliche Witterungsbedingungen ist der Vergleich zwischen zwei Jahren nur bedingt aussagekräftig.
Für die Messung wurde daher ein sehr einfaches und jederzeit nachvollziehbares Verfahren gewählt: pro Woche wird der Gasverbrauch ermittelt (ablesen des Gaszählers) und die Mitteltemperatur der Woche festgehalten (Daten vom deutschen Wetterdienst). Die Daten werden in einer Tabelle zusammengefasst.



Ergebnis

Die Übersicht zeigt eine erhebliche Verringerung des Energieverbrauchs, diese liegt im Bereich von 30 bis 40 Prozent des vorherigen Bedarfs. Damit wird jetzt mit einem jährlichen Bedarf (inclusive Warmwasserbereitung) von 2100 bis 2500 Kubikmeter Erdgas gerechnet.

Zu beachten sind 2 Eigenheiten des konkreten Objekts die den Effekt verstärken:

- verhältnismässig grosse Fläche der Aussenwände im Verhältnis zur Nutzfläche, dadurch vorher grosser Anteil der Energieverluste durch die Wände

- geringer Anteil solarer Gewinne der Wandflächen im Winter durch Schatten der umliegenden Bebauung

Als positiv hat sich die Verringerung von Wärmebrücken erwiesen. Vorher kritische Stellen vor allem an Fenstern sind nach der Dämmung wesentlich wärmer als vorher, so dass hier auch die Gefahr von Schimmelbildung verringert ist. Desweiteren wirkt das innen liegende Mauerwerk jetzt als Speichermasse, damit kühlen die Räume auch beim nächtlichen abschalten der Heizungsanlage wesentlich weniger aus.




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